KI

Die 70-20-10-Regel: Warum KI-Erfolg bei Menschen und Prozessen beginnt

70 % des Erfolgs von KI-Transformationen hängen von Menschen und Prozessen ab, nur 10 % von Algorithmen. Wie AI-Leader ihre Ressourcen verteilen.

Attila Civelek3 Min. Lesezeit

Inhalt

70 % des Erfolgs von KI-Transformationen entstehen durch die gezielte Neugestaltung von Menschen und Prozessen, während Technologie und Algorithmen die notwendige, aber nachgelagerte Grundlage für Skalierung und Wertschöpfung bilden.

Dieser Beitrag ist das erste Kapitel unseres Whitepapers „Erfolgreiche KI-Transformation beginnt beim Menschen, nicht bei der Technologie“. Es stellt die Schlüsselpraktiken der Unternehmen vor, die mit künstlicher Intelligenz bereits messbaren Wert schaffen – der sogenannten AI-Leader.

Die Gewichtung der AI-Leader: 70 – 20 – 10

Eine der zentralen Erkenntnisse erfolgreicher KI-Transformationen ist, dass Technologie selbst nur einen kleinen Teil des Erfolgs ausmacht. AI-Leader investieren ihre Ressourcen nach einer klaren Gewichtung: 70 % in Menschen und Prozesse, 20 % in Technologie und Daten und 10 % in Algorithmen. Damit wird deutlich, dass die größten Hürden nicht technischer, sondern organisatorischer Natur sind.

Anteil Bereich Worum es geht
70 % Menschen und Prozesse Veränderungs- und Organisationsmanagement, Anreizsysteme, neue Arbeitsabläufe
20 % Technologie und Daten KI-fähige Architektur und hohe Datenqualität
10 % Algorithmen die eigentlichen Modelle und Algorithmen

Menschen und Prozesse (70 %)

Der größte Anteil entfällt auf Veränderungs- und Organisationsmanagement. Dazu gehören die Vorbereitung der Belegschaft auf die Zusammenarbeit mit KI, der Abbau von Ängsten vor Arbeitsplatzverlusten sowie der Aufbau psychologischer Sicherheit für Experimente und Lernen. Ebenso entscheidend sind die Anpassung von Anreizsystemen, um die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI zu fördern, und die grundlegende Neugestaltung zentraler Arbeitsabläufe.

Technologie und Daten (20 %)

Dieser Anteil umfasst den Aufbau einer robusten, KI-fähigen Architektur sowie die Sicherstellung einer hohen Datenqualität – beides unverzichtbare Voraussetzungen für skalierbare Anwendungen.

Algorithmen (10 %)

Die eigentlichen Modelle und Algorithmen bilden den kleinsten Anteil am Erfolg. Ihr Wert entsteht erst durch die Fähigkeit des Unternehmens, sie produktiv und kontextgerecht einzusetzen.

Wege zur erfolgreichen Umsetzung

Umfassendes Change Management und transparente Kommunikation

Eine der größten Hürden für eine erfolgreiche KI-Skalierung ist die Angst der Mitarbeitenden vor Arbeitsplatzverlusten. Um dem entgegenzuwirken, müssen Unternehmen durch ehrliche und transparente Kommunikationskampagnen über die Absichten, Zeitpläne und tatsächlichen Auswirkungen auf die jeweiligen Rollen aufklären. Es ist zudem entscheidend, eine überzeugende „Change Story“ zu etablieren, die die Notwendigkeit der KI-Adaption verdeutlicht.

Strategische Talententwicklung und Umschulung (Reskilling)

Da der Wandel neue Fähigkeiten erfordert, investieren führende Organisationen massiv in die Umschulung ihrer Belegschaft für den Umgang mit KI. Praktische Umsetzungswege sind unter anderem:

  • „AI-Buddy“-Systeme, bei denen KI-erfahrene Mitarbeitende ihr Wissen direkt an Kollegen weitergeben.
  • Die Ausbildung von „Business-AI-Übersetzern“, um die Lücke zwischen geschäftlichen Anforderungen und technischen KI-Fähigkeiten zu schließen und Missverständnisse zu vermeiden.
  • Rollenspezifische Schulungen, die sicherstellen, dass Mitarbeitende auf jeder Ebene wissen, wie sie KI adäquat nutzen.

Schaffung psychologischer Sicherheit durch Experimentierräume

Organisationen sollten „Safe Zones“ für KI-Experimente einrichten. In diesen geschützten Umgebungen können Mitarbeitende neue KI-Tools erkunden und erlernen, ohne Leistungsdruck zu verspüren oder negative Konsequenzen für Fehler fürchten zu müssen.

Anpassung von Anreizstrukturen und KPIs

Um eine echte kulturelle Transformation zu erreichen, müssen Vergütungsmodelle, Anreize und Leistungskennzahlen so neu gestaltet werden, dass sie die aktive KI-Nutzung und die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen menschlichen Arbeitskräften und KI-Systemen belohnen. Eine Konkurrenz zwischen Mensch und Maschine sollte vermieden werden. Zudem ist das Tracking von klar definierten KPIs entscheidend, um den ROI der KI-Lösungen nachvollziehbar zu machen.

Fundamentale Neugestaltung von Arbeitsprozessen (Workflow Reimagination)

Die bloße Integration von Technologie reicht nicht aus; vielmehr hat die tiefgreifende Neugestaltung von Arbeitsabläufen den größten Einfluss auf den messbaren Geschäftserfolg. Dies erfordert die effektive Einbettung von KI-Lösungen in bestehende Geschäftsprozesse sowie die Definition klarer Roadmaps für die schrittweise Einführung. Ein Fokus muss auf der Neugestaltung der Zusammenarbeit liegen, sodass sich Menschen und Prozesse an die neuen Lösungen anpassen.


Das Whitepaper beruht auf der Analyse aktueller Studien, unter anderem von BCG, McKinsey, dem MIT und dem Stanford Institute for Human-Centered Artificial Intelligence. Wie wir Unternehmen bei den 70 % unterstützen, zeigen unsere Seiten zu KI-Strategie & Beratung und KI-Weiterbildung.

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